(SSp) - Während heute morgen vor allem die stagnierenden Zahlen und die fehlende Weiterentwicklung der Google News diskutiert werden, hat mich eine ganz andere Meldung der New York Times beeindruckt:
“Was ist obszön? Google könnte die Antwort geben” (Originalmeldung der New York Times)
Hintergrund: In Fällen, in denen Richter und Geschworene in den USA darüber entscheiden sollen, ob pornographisches Material als obszön zu bezeichnen ist, könnte künftig auch Google Trends zu Rate gezogen werden. Im konkreten Fall geht es um den Betreiber einer Internetseite mit pornographischen Inhalten aus Florida. Die Verteidigung will mit Hilfe von Google Trends beweisen, das bestimmte Tabuthemen längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind - und damit nicht als “obszön” gelten dürfen.
Der Versuchsaufbau ist ganz einfach: Vergleicht man bei Google Trends beispielsweise die Begriffe “orgy”, “watermelon” und “apple pie” wird schnell ersichtlich, woran das bei Google suchende Volk so interessiert ist. Hier die Ergebnisse für Florida und hier die Ergebnisse für Deutschland. Beruhigend: Apfelkuchen ist damit in Deutschland immer noch beliebter als Orgien jedweder Art.
Ob dieses “Beweismittel” auch wirklich zum gewünschten Erfolg führen wird ist unterdessen nicht gewiss. Der Staatsanwalt argumentiert, dass sich vom Suchvolumen nicht so ohne Weiteres auf die Vorlieben der Gesellschaft schließen lässt. Die Verhandlung ist für den 1. Juli angesetzt.





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