6. Juni 2008...7:50

Moody’s wertet Zeitungen weiter ab

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(AH) - Das schöne an einem Baby: Man kommt auch morgens (sehr) früh mal zum bloggen…

Wie gestern geschildert bewertet JP Morgan die Zukunft der Zeitungen in den USA “ungünstig” basierend auf der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie dem Ausblick auf Kleinanzeigen-Umsätze. Leider ist dem nicht genug. Wie MarketWatch berichtet sieht auch Moody’s (Ratingagentur, die mitentscheidet, zu welchen Konditionen ein Unternehmen einen Kredit erhält) keine Wende in der Bewertungs-Talfahrt der Print-Tagespresse. John Puchalla, Vice-President des Unternehmens, sagt:

He added that as things get worse for newspapers, “a rebound from the current downturn is expected to be more muted than past recoveries.”

Allerdings sieht Moody’s die Probleme in erster Linie im lokalen Anzeigengeschäft. Dort werden vor allem bestehende Kunden nicht auf die Möglichkeiten der Online-Werbung hingewiesen. Schließlich ist diese Werbung oft günstiger und senkt Umsätze und Provisionen. So werden vor allem “hoffnungslose” Neukunden, die nie Print-Werbung schalten können oder wollen, ins Internet gezogen. Aus meiner Erfahrung resultiert dies in längeren Akquiseprozessen für kleine Umsätze in diesen Projekten.

Denn steigen auch Online-Werbeausgaben, so wachsen die Tageszeitungen nicht in den gleichen Schritten mit, sondern müssen sich die Budgets mit vielen anderen Marktteilnehmern teilen. Eine neue Situation für die ehemaligen Papier-Monopolisten.

Hinzu kommt, dass die Ratings für Zeitungen zunehmend verschlechtert werden. So wird dringend benötigtes Kapital zur Investition in neue Ideen und Technologien immer teurer:

“Downward pressure on newspaper credit ratings will remain until the industry can demonstrate that it is keeping pace with changing consumer media consumption habits and advertising delivery.”

Davon sind zwar die wenigsten unserer deutschen Verlage betroffen, da sie nicht börsennotiert und häufig relativ schuldenfrei sind. Dennoch ist der Druck da sich jetzt zu beweisen. In den Staaten gibt es nämlich einige Verleger, die bereuen, nicht früher ernsthaft neue Ideen verfolgt zu haben.

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