(AH) - In den vergangenen Wochen; vor allem seit der “Next Web Conference” in Amsterdam steht das Thema “Suche” auf der Agenda wieder ganz oben. Die Gretchenfrage: Löst Google noch das Problem, relevante Inhalte zu finden oder hat die Ära des Such-Giganten seinen Zenit überschritten?
Aus meiner persönlichen Perspektive muss ich sagen, dass ich merke wie ich ständig unzufriedener werde mit meinen Google-Suchen und vor allem den Ergebnissen. Kein Spaß. Vor allem wenn ich genau weiß, was ich will wird es schnell frustrierend. Und wenn ich nach Lokalem suche. Seien es Nachrichten oder Plätze; in einer “kleinen” Stadt wie Karlsruhe versagt Google total (und auch so gut wie jeder andere Service). Daher will ich mal hier schnell zusammenfassen, was ich in den vergangenen Wochen so gelernt habe:
Die erste These, die mich überzeugt hatte stammt von Kaila Colbin, Autor für den SearchInsider-Blog der US-Medienplattform MediaPost. Er sagt hier:
Seine Theorie: Um den Such-Giganten zu schlagen darf man nicht versuchen seinen Job besser zu machen, sondern anders. Ziel wäre es einen neues “Such-Verhalten” beim Konsumenten zu verankern; eine neue Disziplin zu öffnen. Schön sagt er: “This is the approach demanded of disruptive technologies since the beginning of time. Don’t offer a faster horse, build a car.” Dem stimme ich voll und ganz zu.
Weitere Ideen liefert Nova Spivack, CEO von Radar Networks, die gerade dabei sind so einen “Anti-Google-Killer” aufzulegen: twine. Twine wird versuchen durch eine Kombination verschiedener Funktionen dem Suchenden im Informations-Dschungel zu helfen. Die drei Disziplinen sind: Organisieren, Teilen und Entdecken. So soll zum einen bereits vor dem Entstehen des Informations-Bedürfnisses eben jenes gestillt sein (”man weiß einfach bescheid”) und zum anderen spielerisch weiteres Wissen angezapft werden können. twine befindet sich derzeit in Private Beta und ich hoffe darauf es auch einmal ausprobieren zu können und nicht nur die schönen Screenshots auf der Homepage bestaunen zu dürfen.
Den “Sag es wie du es willst”-Ansatz verfolgt Powerset. Dieses Team alternativer Nerds aus San Francisco will dem Nutzer beibringen, nicht nur ein Suchwort einzugeben, sondern gleich die ganze Frage anzugeben. Daraus würde der Algorithmus dann einen “Sinn” herstellen und das Ergebnis in natürlicher Sprache suchen. Spannend finde ich vor allem, dass das System verschiedenen Kontext anbietet, sollte der ungehorsame Nutzer nun doch ein einzelnes Suchwort angeben. Derzeit durchforstet Powerset “lediglich” das US-Wikipedia-Lexikon ist aber fleißig dran den Rest des Webs zu indizieren.
Das letzte Segment der Such-Revoluzzer versucht sein Glück mit einer visuell gestützten Suche. Vertreter sind oScope und SearchMe. Beide gehen davon aus, dass der Nutzer weiß was er will wenn er es nur sieht. Ergebnisse werden als Bilder der gefundenen Seiten wiedergegeben. Auf denen werden die Suchworte markiert.
Meiner Meinung nach ist das grundlegende Problem ein Zeitproblem. Wie schnell weiß ich Bescheid. Wer dem Nutzer das am schnellsten liefert, der gewinnt. Egal, ob es über einen Algorithmus ist oder über das beibringen eines neuen Informations-Verhaltens. Dabei vertrete ich die Ansicht, dass ein intelligenter Push-Service, der Inhalte, Themen und Interessen (er)kennt, antizipiert und bequem liefert einen Pull-Mechanismus immer schlagen wird.





1 Kommentar
27. April 2008 um 14:34
[...] Thumbs up: Genau das ist der Weg zur Klarheit im Informations-Chaos. Siehe auch meinen ersten Beitrag heute. [...]
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