27. August 2008

Wir ziehen um!

(KB) - Es ist endlich soweit. Unser Blog “relevantmedianow.com” zieht von WordPress auf TypePad um. Warum? Weil Stillstand der Tod ist :-)

Was ändert sich für die Leserinnen und Leser unseres Blogs?

  • Ab sofort ist relevantmedianow.com über diese neue Adresse (relevantmedianow.typepad.com) zu erreichen
  • Wer unseren RSS-Feed abonniert hat und weiterhin unsere Updates empfangen will, muss seinen alten Feed in folgenden abändern: “relevant media. now.” RSS-Feed

Also auf zu neuen Ufern! Auch in unserem TypePad-Blog greifen wir mediale Ideen aus aller Welt auf, hinterfragen und bewerten sie kritisch. Denn nie war die Medienlandschaft spannender als heute!

24. August 2008

Die Sorgen der Verleger

(AH) - Neben bloggen gehen wir ja in der zelect GmbH noch anderen Tätigkeiten nach. Beraten, zum Beispiel. Und zwar in erster Linie Tageszeitungen in ihren digitalen Strategien. Damit war ich auch die letzten Wochen stark beschäftigt und eine Frage, die in einem intimeren, unbeobachteten Moment von Verlegern, Geschäftsführern und Chefredakteuren kommt ist immer: Wie stehen wir denn da im Vergleich mit anderen Verlagen? Mit welchen Themen beschäftigen die sich denn?

So liegt der Gedanke nah diese Fragen einmal für einen Benchmark hier zu beantworten. Daher werde ich eine kleine Serie starten: “Die Sorgen der Verleger”, in der ich die generellen Problemstellungen behandeln möchte, die mir in unseren Projekten begegnen. Hier schon einmal die Themen, über die ich in den kommenden Wochen ausführlicher berichten möchte (Kritik, Kommentar und Ergänzung / Richtigstellung gewünscht!):

Das Internet, meine Region und meine Verkaufsmannschaft

Die meisten Verlage verdienen das meiste Geld online über Affiliate-Programme wie mit der OMS oder über Vermarktungs-Agenturen wie die Tomorrow Focus AG. Hinzu kommen ein paar Euro über CPX-Programme wie Google AdSense, Ligatus oder MIVA. Lokal, regional und mit der eigenen Verkaufsmannschaft geht leider noch nichts. Warum? Ein paar Schlüsselfragen:

  • Wie weit ist mein Markt mit dem Thema Online-Werbung?
  • Wie weit ist meine Verkaufsmannschaft mit dem Internet allgemein und Online-Werbung speziell?
  • Welche Produkte habe ich denn zu verkaufen und zu welchen Preis?
  • Welche Probleme lösen meine Online-Werbepakete für die Kunden?
  • Wie zahle ich Provisionen für Online-Abschlüsse?

Wenn man diese Fragen beantworten kann, ist man schon sehr weit. Und wie man aus den Antworten eine erfolgversprechende Strategie entwickelt folgt bald.

Suchmaschinen - Freunde oder Feinde?

Man kann nicht mit ihnen und nicht ohne sie: Google & Co. sind heute hilfreiche Werkzeuge zur Steigerung des Verkehrsaufkommens auf den Verlags-Homepages und zur Gewinnung eines “Grundeinkommens”. Auf der anderen Seite scheint unklar, wie gefährlich sie für die Geschäftsmodelle der Verlagshäuser sind.

Eines muss man realisieren: Suchmaschinen sind keine Option. Sie sind Realität. Und sie sind FEST verwurzelt im Internet-Verhalten ALLER Menschen online. Es gibt also keinen Weg um sie herum. Aber es gibt verschiedene Wege mit ihnen. Welche, das beschreibe ich in Kürze.

Was ist “local search”?

Nur wenige Begriffe haben so einen großen Interpretations- und Investitions-Spielraum. Es kam mir schon unter als regionales Branchenverzeichnis, dem Anzeigen von Artikeln auf Karten, dem Crawlen und “findbar-machen” regionaler Internet-Angebote und einer GoogleMaps für das Verbreitungsgebiet. Eine Wahrheit gibt es keine - aber viele Chancen, wie Verlage mit den oben genannten Angeboten umgehen können. Wir schauen bald zusammen hinein.

Wie wichtig ist und wird “mobile”?

“Mobile” ist in einer Hinsicht einmal ein neuer Lieferkanal für Informationen. Und da sowohl Nachfrage als auch Angebot von Tarifen und Endgeräten wachsen werden, wird auch die Bedeutung steigen. Auf der anderen Seite spielt sich “mobile” auf einer kommunikativen Ebene ab. Das Handy ist da zur Kommunikation via Ton, Text, Bild und Video. One to One, One to Many, Many to Many. Und es ist Werkzeug für die Bewältigung der Informationsflut sowie Produktivitäts-Gewährleister in Überbrückungssituationen (z.B. Reise- und Wartezeiten).

Viele Möglichkeiten für Verlage. Zeitraum bis zum Erreichen einer relevanten kritischen Masse: Ungewiss. Benefits einer frühen Adaption: Lektionen. Was man schon weiß kommt demnächst hier.

Welche Strategien greifen für Soziale Netzwerke und Web2.0?

Xing, Facebook, MySpace, diverse VZs. Die Verleger fragen sich gerade, was diese Seiten denn für die Leute tun. Warum verbingen sie so viel Zeit dort? Und womit verdienen diese Seiten Geld? Doch die Frage die am Ende bleibt: Was muss ich tun um nicht ins Hintertreffen zu geraten? Soll ich auch ein Netzwerk anbieten? Soll ich eines in meine Seite integrieren? Soll ich was auf den anderen Seiten machen?

Die heute verfügbaren Internet-Technologien verleihen einem Medienhaus mächtige Werkzeuge für den Umgang mit dem Publikum. Aber nur dann, wenn die gesamte Strategie auf die Angebote abgestimmt ist und es zu den Zielen und der Überzeugung des Verlags passt. Möglichkeiten für eine intelligente Verzahnung stellen wir bald hier vor.

Wie muss (s)ich mein Unternehmen verändern?

Die Aufgaben und Anforderungen von Mitarbeitern in Verlagen ändern sich. Redaktionen müssen sich an schnellere Zyklen, engere Verzahnung und direkte interaktion mit dem Leser gewöhnen. Im Marketing muss über das Verbreitungsgebiet hinaus gedacht werden und neue Kommunikationskanäle erschlossen werden. Von der Verlagsleitung werden neue Produkte und Lösungen erwartet, die Verkauf und Vertrieb Ressourcen-neutral in inkrementelle Erlöse umwandeln können. Und mit dem Monopol ist es auch vorbei.

Verlage haben bereits andere Veränderungen in ihren Abläufen und Geschäftsmodellen verkraftet. Geschwindigkeit, Frequenz und Intensität haben sich jedoch intensiviert. Ein Unternehmen aufzustellen, dessen einzige Konstante Veränderung ist wird die Herausforderung sein, der wir uns in diesem Teil stellen werden.

Was ist die Zukunft für Print?

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der konventionellen Verlags-Geschäftsmodelle ist intensiv. Selbst ein “Wir glauben an Print” kommt keinem mehr mit voller Stimme über die Lippen. Dabei sieht die Zukunft nur dann düster aus, wenn man nichts ändert. Stellt man die Bedürfnisse, Erwartungen und Wünsche der Kunden in den Mittelpunkt, sind auf einmal durchaus spannende Geschäftsmodelle möglich. Über die Zukunft von Print-Modellen berichten wir in dieser Reihe und bald mit ein paar interessanten Ideen aus dem Markt.

Soweit einmal die Themen, die mir in meiner täglichen Arbeit begegnen. Über Ergänzungen freue ich mich wie gesagt und wenn Lust besteht auf spannende Diskussionen.

22. August 2008

Mygazines - Ein Verleger-Albtraum wird wahr!

(KB) - Nach mehr oder weniger legalen Musik- oder Film-Tauschbörsen, ist jetzt die Verlagswelt an der Reihe. Mygazines heißt die Web-Seite, die seit Ende Juli demonstriert, dass sich auch bei Hochglanzmagazinen eine digitale Raubkopien-Verbreitung per Internet ganz prächtig regeln lässt. Verleger dürfen sich also zurecht gruseln.

Nachdem ich die Seite selbst ausprobiert habe, bin ich angefangen von der vertrauenswürdigen Aufmachung bishin zum komfortablen Magazin-Lesen vollkommen fasziniert. Per Flash-Client kann man durch die Magazine blättern, an Artikel heranzoomen und sie in hoher Qualität lesen. Diese Technik kenne ich sonst nur vom digitalen Ikea-Katalog (und selbst der ist nicht 100% fehlerfrei).

Sicher ist das Ganze nicht legal. Verlagsanwälte sehen darin einen dreisten Bruch von Urheberrechten. Juristische Schritte gegen Mygazine könnten allerdings schwierig werden. Die Seite wird von einem John Smith betrieben, der offenbar in einem Briefkasten auf Anguilla lebt, einem Inselchen aus der Gruppe der kleinen Antillen (Quelle: SpiegelOnline). Nun lieber Herr Smith, ich hoffe Sie fühlen sich in Ihrem Briefkasten wohl - ist ja nicht so, dass Sie gerade Inhalte klauen und möglicherweise Verlage ruinieren..

22. August 2008

Neue Studie: Nachrichten-Konsum in den USA

(SSp) - Nachdem wir hier im Blog gerne und oft über das Mediennutzungsverhalten der Deutschen (besonders auch der Jugendlichen) berichten, richten wir heute den Blick in die USA.

Vor einigen Tagen hat das “Pew Research Center for the People and the Press” einen neuen Report vorgestellt, der sich mit dem veränderten Nachrichten-Nutzungsverhalten der US-Amerikaner beschäftigt.

Die spannenden Ergebnisse:

Die Jugend interessiert sich weniger für Nachrichten.
Die Zahl der Jugendlichen, die angeben an einem durchschnittlichen Tag keine Nachrichten zu erhalten steigt enorm (von 25% in 1998 auf 34% in 2008). Bei dieser (und bei anderen derartigen Studien) muss man jedoch sicher die Frage stellen, wie man “Nachrichten” genau definiert. Viele neuartige Kanäle werden im Augenblick sicher nicht berücksichtigt - man denke nur an Facebook & Co.

Suchmaschinen sind das Tor zu den Nachrichten.
83% aller Nutzer, die Online Nachrichten lesen geben an, Nachrichten über Suchmaschinen zu suchen. Diese Zahl ist seit 2006 relativ konstant, was Ansteigt ist die Nutzungsintensität: Die einzelne Person sucht immer häufiger über Suchmaschinen nach Nachrichten. Kein Wunder, dass der SEO-Kampf immer noch in vollem Gange ist, ein gutes Ranking schaufelt massenweise Besucher auf die Seiten.

Das “Grasen” nach News wird zur Regel.
Eine knappe Mehrheit der US-Nachrichtenkonsumenten hat keine festen Zeiten, zu denen Nachrichten konsumiert werden. Vielmehr “grasen” sie das Web mehrmals täglich nach Neuigkeiten ab.

Die “zufällige” Nutzung steigt.
Passend zum vorhergehenden Punkt stoßen die US-Bürger eher zufällig beim Surfen im Internet auf Nachrichten. 73% der Online-Nutzer geben an, über Nachrichten “zu stolpern”, wenn man sich eigentlich aus anderen Gründen im Web bewegt. Auch dieser Punkt spricht dafür, Nachrichten möglichst weit zu streuen, um die Nutzer dort abzuholen, wo sie sich gerade aufhalten. Die FAZ macht es mit Ihrer Facebook-Applikation vor.

Mobile Nutzung nimmt zu.
Zuletzt noch ein Punkt, in dem uns die Amerikaner weiter voraus sind. Immerhin 15% der Bevölkerung ist im Besitz eines Smartphones (iPhone, Blackberry), immerhin 37% der Nutzer greifen darüber mobil auf Nachrichten zu. In diesem Punkt befinden wir uns eher noch auf der Stufe eines Entwicklungslandes, aber vor allem der Erfolg des iPhones wird auch hierzulande eine Reihe vergleichbarer Geräte auf den Markt spülen und somit für kräftiges Wachstum sorgen.

(Quelle: poynter.org)

19. August 2008

Rosige Zeiten für deutsche Verlage…?

(AH) - So sehr die deutschen Verleger auch stöhnen mögen: So schlecht wie es den US-Verlagen geht steht es um die deutschen Zeitungshäuser noch nicht. Zu diesem Schluss kommt auch ein aktueller Artikel der BusinessWeek. Jack Ewing betrachtet dabei unsere Vorzeige-Blätter BILD und WELT aus der Springer Gruppe und spricht mit deren Verleger Diekmann und Würtenberger.

Das Ergebnis ist erschreckend schrecklich:

  • BILD kann sich am Kiosk durch flache Themen und nackte Tatsachen bei der Arbeiterschicht etablieren
  • BILD.de greift den “Nackten”-Kontext auf und bindet Nutzer über Mobilfunk-Verträge an Bildmobil; zudem hat es die Partnerschaft mit T-Online genutzt um auf die Startseiten und Köpfe der Leute zu kommen
  • WELT kann den Erfolg und das erste profitable Jahr in der Geschichte auf keiner Plattform erklären

Schade, dass Qualitätsjournalismus, gut recherchierte Inhalte oder neue Angebotsformen keine Rolle spielen. Generelle Erfolgs-Parameter werden weiterhin vermutet in zwei Tatsachen:

  • Die langsame Adaption des Internet in die Lebensstile der Europäer, was den Verlagen einen Zeitvorteil bringt
  • Die Wettbewerbs-Situation, die bei Zeitungen ohne Monopol (wie BILD…) keine Zeit für Selbstgefälligkeit zulässt, sondern sie ständig zur Behauptung ihrer Marktsituation zwingt

Das Erste in ein glücklicher Umstand. Das Zweite eine Situation die leider nur für wenige Zeitungen stimmt. Wobei tatsächlich von den ARD Media Perspektiven herausgefunden wurde, dass Zeitungen in direkten Wettbewerbs-Situationen bessere Zeitungen sind.

So gerne ich dem Autor bepflichten würden, dass deutsche Verleger toll aufgestellt sind und sich keine Sorgen machen müssen: Leider glaube ich nicht daran. Was aus exponierten, nationalen Aufstellungen möglich wird trifft sicherlich nicht zu für lokal und regional fokussierte Häuser. Hier können keine großen Partnerschaften zur Reichweite beitragen. Hier muss um jeden Leser und Nutzer gekämpft werden.

Herr Ewing fragt Kai Diekmann zum Abschluss noch, ob er einen Tipp hat für US-Verleger. “It’s too late” sagt er - So ein gesundes Ego wünsche ich mir auch. Wir sprechen in ein paar Jahren; wenn die lahmen Europäer zu den Amis und Japanern aufschließen…

18. August 2008

Die Zukunft der Zeitung – heute: Süddeutsche Zeitung

(SSp) – Heribert Prantl, seines Zeichens Leiter des Ressorts Innenpolitik bei der Süddeutschen Zeitung, steuert einen weiteren Teil zu unserer Serie „Die Zukunft der Zeitung“ bei. (Die bisherigen Beiträge der Serie finden Sie ganz unten.)

Was sind die Schwächen der Zeitung fragt sich Heribert Prantl – und kommt zu folgendem Ergebnis:

  • Schnelligkeit
    Zeitungen werden nie so schnell sein oder werden wie das Internet, denn über das Web können Nachrichten in Echtzeit verbreitet werden.
  • Exklusivität
    Die weit verbreitete Praxis der Jagd nach Exklusivität, die sich vielfach darüber definiert, eine Geschichte als Einziger abzudrucken. Exklusivität bezieht sich hier also einzig auf den Ausschluss von Mitbewerbern und weniger auf die Qualität der Inhalte.

Die logische Schlussfolgerung und gleichzeitig die Chance der Zeitung:

„Weil es das Internet, weil es also nun bessere, schnellere Methoden bloßer Informationsvermittlung gibt, kann sich die Zeitung auf anderes konzentrieren - auf Analyse, Hintergrund, Kommentierung, auf Sprachkraft, Gründlichkeit und Tiefgang, auf all das, was sich in der Hetze der Echtzeit im Internet nicht leisten lässt. Die Zeitung kann Wegweiser sein im Wirrwarr; sie kann Informationen destillieren, konzentrieren, auswerten, bewerten; sie kann eine neue Weltbühne aufstellen; sie kann Gebrauchsanweisung sein für das digitale Diesseits.“

Diese Schlussfolgerung funktioniert aber nur, so lange auch Papier das Trägermedium der Zeitung von morgen bleibt. Wird das Papier digital, wird der Markt eine Verbindung der Stärken erwarten. Schnelle Informationen und gründliche Hintergründe. Und dafür wird kaum jemand zu zwei verschiedenen Medien greifen wollen. Aus meiner Sicht kann es sich ein Medienunternehmen in Zukunft nicht leisten, lediglich auf eine der beiden Stärken zu setzen. Wir alle sind es inzwischen gewohnt, dass Nachrichten sich blitzschnell über den Globus verbreiten – ich würde sogar behaupten, viele von brauchen diesen Kick als „erster“ Informiert zu sein. Als Lektüre zu dieser Daten-Sucht sie jedem „Der Spiegel“, Ausgabe 33 vom 11.08.08 (nicht online) empfohlen:

„Der Befund, fürs Erste, zeigt eine verhaltensauffällige Menge hochnervöser Individuen. Etwa 50-mal pro Tag öffnet ein typischer „Informationsverarbeiter“ sein E-Mail-Fenster, 77-mal wendet er sich dem Instant Messaging-Programm für den schnellen Versand von Nachrichten zu, nebenbei werden bis zu 40 Internetseiten besucht.“

Meiner Meinung nach muss ein Verlag im ersten Schritt diese „Sucht“ befrieden, um im zweiten Schritt dann Hintergründe und Analysen zu liefern. So werde ich an eine Marke gebunden und kann ein entsprechendes Vertrauen aufbauen.

Und auch Heribert Prantl sieht das so – allerdings wird für mich nicht ganz klar, wem er die Rolle des Informationsvermittlers im Internet zudenkt:

„Es wird davon geredet, dass Zeitungen und Internet sich ergänzen. Das stimmt dann, wenn jedes Medium seine spezifischen Stärken kennt. Die Stärke des Internets ist die Rasanz, die Stärke der Zeitung die Reflexion. Zeitungen, die sich darauf besinnen, werden interessanter, weil sie Uniformität und die Wiederholung des Immergleichen vermeiden.“

Wie gesagt: Für mich müssen beide Funktionen von einer Quelle bedient werden – natürlich entsprechend medienspezifisch aufbereitet: Copy und Paste, also dass hin- und herschieben der Inhalte, funktioniert sicher nicht. Und ohne intelligente Verknüpfung von Internet und Zeitung erfahre ich nicht, dass mir die Zeitung gute und hochwertige Hintergründe zu den Themen liefern könnte, die mich interessieren. Passiv die Inhalte zur Verfügung zu stellen und darauf zu hoffen, dass ein Datensüchtiger zufällig darüber stolpert, halte ich für riskant. Zu intensiv sind die Ablenkungen (nochmal sei auf den Spiegel verwiesen!).

Die bisherigen Ausgaben zur Zukunft der Zeitung

Und weitere lesenwerte Beiträge zum Thema:

18. August 2008

Digitales Papier: Der nächste Schritt?

(SSp) - Wie versprochen behalten wir für Sie auch die Entwicklungen in Sachen “digitales Papier” weiter im Auge. Wie futurzone.orf.at berichtet arbeitet das japanische Startup Shinoda Plasma an einem einem nur noch einen Millimeter dicken, biegsamen Display.

Zum Vergleich: Im kommenden Jahr will Sony ein Display auf den Markt bringen, das noch 3 mm “stark” ist, Sharp und Hitachi werden 2009/2010 noch LCD-Fernseher mit 20 mm als Innivation verkaufen.

Das Startup Shinoda Plasma hingegen rechnet damit, dass die 1-mm-Technoligie bereits in 5-10 Jahren die bisherigen Bildschirme abgelöst haben wird. (Quelle)

Die Frage ist noch sicher noch, wie robust diese Folien dann sein werden. Sie eignen sich im ersten Schritt sicher gut für Messen und Ausstellungen und damit für eine einerseits flexible, andererseits aber dennoch geschützte und feste Installation. Für den harten Alltag als Papiersatz dürften die Folien sicher noch zu empfindlich sein.

Links:

14. August 2008

Telefon-Spam: Drastische Maßnahmen

(SSp) - Die Bundesnetzagentur hat vor dem Verwaltungsgericht Köln einen Sieg gegen den österreichischen Telefon-Spammer “Friedrich Müller” errungen:

“Das Gericht habe sowohl die Abschaltung von insgesamt 51 Rufnummern als auch das Rechnungslegungs- und Inkassoverbot für Telefonverbindungen für rechtens erklärt, teilte die Regulierungsbehörde am heutigen Mittwoch in Bonn mit.” (Quelle: heise.de)

Ob deshalb Telefon-Spam-Geplagte aufatmen können ist aber fraglich. Hier versprechen erst die in Deutschland geplanten härteren Strafen und strikteren Vorgaben eine wirkliche Besserung.

Unterdessen durfte ich heute Morgen selbst erleben, zu welch drastischen Schritten der Telefon-Spam manche Unternehmen drängt.  Mein Anruf in einem kleinen 2-Mann-Unternehmen wurde vom Anrufbeantworter abgefangen:

“Aufgrund der ständig zunehmenden Belästigung durch Werbeanrufe gehen wir nicht mehr ans Telefon. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht sowie Ihre Telefonnummer, wie rufen Sie so schnell wie möglich zurück!”

Sorry, aber das geht dann echt zu weit. Als Unternehmen kann ich meine “Leiden” nicht einfach so an meine Kunden weiter geben. Und so wurde das von mir angerufene Unternehmen auch gleich doppelt zum Leidtragenden. Denn der Rückruf kam erst drei Stunden nachdem ich meine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen hatte. Leider zu spät, zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber längst einen Mitbewerber erreicht und diesem den Auftrag erteilt.

13. August 2008

“Keine Angst, das ist schon in den Griff zu bekommen!”

(SSp) - Heute mal wieder ein wirklich sehenswerter Video-Tipp: Robin Meyer-Lucht vom Berlin Insitute wird vom Branchenfernsehen turi2.de interviewt. Seine Ratschläge für alle Verleger:

  • Haben Sie keine Angst vor den Herausforderungen des Internets!
  • Verdichten Sie die Masse der Informationen im Internet auf ein sehr individuelles Informationsprodukt!
  • Machen Sie ein Produkt, auf das man nicht verzichten kann!
  • Werden Sie ein zentraler Akteur einer Netzwerk-Kommunikation werden und ihren Nutzern helfen, Informationen zu bündeln, weiterzuleiten und zu verstehen!

>> zum Video

Das deckt sich auch mit unserer Meinung (zum Beispiel hier, hier, hier und hier): Die Online-Chancen der Verlage sind bei weitem nicht so schlecht, wie sie von vielen in diesen Tagen geredet werden. Was sicher nicht funktioniert, ist das bloße Übertragen der Print-Inhalte ins Web. Und dennoch sind die Inhalte die große Stärke der Verlage. Diese intelligent an den Nutzer zu bringen ist die Aufgabe - und weniger das blindwütige Investieren jenseits der eigenen Stärken.

8. August 2008

Absolut Vodka machts vor…

(KB) - …und stellt ein aufwendig aufbereitetes Video bei YouTube ein. Gestern habe ich mich noch über schlecht produzierte Werbevideos im Internet beschwert und werde heute prompt eines Besseren belehrt. “Absolut Vodka” vertreibt im Moment folgendes Werbevideo auf YouTube:

Ein sehr schön anzusehendes Video mit dem gewünschten Effekt: Ende letzten Monats eingestellt und heute bereits 28.266 Aufrufe. Auszeichnungen zum “Most viewed video this month” mit inbegriffen. Auch der dazugehörige Blog mit interaktiven Funktionen für Nutzer kann sich sehen lassen. Einzig die aufwendig programmierten Grafikelemente stellen ein Problem für manchen, langsamen Rechner (wie zum Beispiel meinen :/ ) dar.

Eingebettet hat “Absolut Vodka” diesen Werbespot auch auf dem BILDblog.

Sehr angenehm finde ich als Nutzer dabei, dass die Werbung nicht sofort in voller Lautstärke losquäkt, sondern dass ich darauf klicken kann, wenn ich es möchte (Wolf Heumann hat mit seiner Aussage über “das Selbstentdecken” wohl recht). Super, von “Absolut Vodka” kann sich der eine oder andere eine Scheibe abschneiden.